Ausblick

Unsere Zukunftsvision.

Anstelle des heutigen Spitals Wattwil soll das Kompetenzzentrum für Gesundheit, Notfall und spezialisierte Pflege GNP Wattwil entstehen. Dieses umfasst verschiedene Angebotsbereiche des Gesundheitswesens, die von unterschiedlichen Leistungserbringern erbracht werden. Damit wird das GNP ein zentraler Bestandteil der medizinischen Versorgung in der Region und erhält gleichzeitig eine überregionale Ausstrahlung. Dank der Verzahnung der verschiedenen Leistungsbereiche können neue Synergien genutzt werden. So erlaubt zum Beispiel die Zusammenarbeit von Notfallzentrum, ambulantem Gesundheitszentrum und Kompetenzzentrum für spezialisierte Pflege die integrierte Versorgung von medizinischen, therapeutischen und pflegerischen Krankheiten unter einem Dach.

Das GNP stellt eine zukunftsfähige Neuausrichtung des Spitalstandorts in betrieblicher und finanzieller Hinsicht dar. Die Spitalimmobilie wird einer neuen Nutzung zugeführt, wobei vorgesehen ist, dass der Kanton die Spitalimmobilie an das Unternehmen Solviva AG verkauft und Solviva diese entsprechend der künftigen Nutzung aus- und fertig baut und anschliessend betreibt und vermietet. Damit leistet das GNP auch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt von Arbeitsplätzen im Toggenburg.

Folgende Grafik zeigt, welche Angebote der verschiedenen Projektpartner künftig im GNP gebündelt werden:

Notfallzentrum

7x24h geöffnete Anlaufstelle für Notfälle mit hochqualifiziertem Personal, umfassenden Diagnosemöglichkeiten, kleinem Bettenangebot sowie der Integrierten Notfallpraxis. Betreiberin: Spitalregion Fürstenland Toggenburg (SRFT) in Zusammenarbeit mit der niedergelassenen Ärzteschaft. 

Das Notfallzentrum stellt sicher, dass die Bevölkerung im Notfall auch künftig auf eine durchgehend geöffnete Anlaufstelle für eine kompetente medizinische Beurteilung und Triage zurückgreifen kann. Das Notfallzentrum wird durch die SRFT betrieben. Die Verantwortung übernehmen die gleichen Kaderärzte, die heute bereits die Notfallstation des Spitals Wattwil leiten. Sie werden unterstützt von Assistenzärztinnen und -ärzten, die sich im fortgeschrittenen Stadium ihrer Ausbildung in Notfallmedizin befinden und in der Region auch als Notfallärztinnen und -ärzte tätig sind. Das Notfallzentrum wird in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Radiologie weiterhin durchgehend hochstehende Röntgenleistungen und zu Tageszeiten an sieben Tagen die Woche Computertomografie-Untersuchungen anbieten können. Ergänzt wird das Angebot mit einer kleinen Bettenstation von fünf Plätzen für die kurze stationäre Behandlung von einfachen medizinischen Fällen (in der Regel bis 24 Stunden).

Mit den vorgesehenen personellen und infrastrukturellen Ressourcen wird das Notfallzentrum weitgehend das gleiche Leistungsspektrum wie die heutige Notfallstation erbringen können. Schwere oder komplexe Notfälle werden wie heute in die Notfallstation des Spitals Wil oder eines anderen Akutspitals überführt. In diesem Zusammenhang laufen die Abklärungen, dass mit dem Notfallzentrum der Rega-Landeplatz auf dem heutigen Spitaldach erhalten bleiben kann, der zu jeder Tageszeit und wetterunabhängig anfliegbar ist. Weitergeführt werden soll auch die Integrierte Notfallpraxis (INP), die von der SRFT gemeinsam mit der niedergelassenen Ärzteschaft betrieben wird und eine zentrale Anlaufstelle ausserhalb der Öffnungszeiten der Hausarztpraxen bietet.  

Das ärztliche Personal des Notfallzentrums übernimmt ebenfalls die ärztliche Betreuung der Bewohnenden des Spezialpflegezentrums sowie der Patientinnen und Patienten im Bereich der Passerelle- und Drehtürbetten. Im Rahmen des kleinen Bettenangebots kann zudem weiterhin der medizinische Entzug im Vorfeld der Alkoholkurzzeittherapie in Wattwil gewährleistet werden.

Passerelle- und Drehtürbetten

Aufnahme von Personen, die einen vorübergehenden Pflege- oder Betreuungsplatz benötigen, sei es kurzfristig in einer Notfallsituation oder als Überbrückung nach einem Spitalaufenthalt. Betreiberin: Solviva

Ergänzend zum Spezialpflegeangebot plant Solviva Passerelle-Betten, die für Personen mit abgeschlossener Behandlung im Spital, aber mit weiterhin bestehendem Pflege- und Betreuungsbedarf eine (wohnortnahe) Übergangslösung darstellen können. Hier sollen Personen Aufnahme finden bis sie einen Platz in einer Pflege- oder Reha-Einrichtung erhalten oder wieder nach Hause zurückkehren können. Durch die räumliche Nähe zur Notfallstation ist bei Bedarf auch die ständige Verfügbarkeit eines Arztes und damit die medizinische Betreuung gewährleistet.

Über die sogenannte 24-Stunden-Drehtüre können rund um die Uhr Personen aufgenommen werden, die ganz kurzfristig einen Pflege- oder Betreuungsplatz benötigen, zum Beispiel weil der betreuende Partner sich selbst notfallmässig ins Spital begeben muss.

Gesundheitszentrum

Attraktives medizinisches, therapeutisches und ggf. komplementärmedizinisches Angebot, abgestimmt auf die Bedürfnisse der Region. Betreiber: diverse Leistungserbringer.

Das Gesundheitszentrum hat die Aufgabe, das Angebot der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sowie Therapeutinnen und Therapeuten wohnortnah zu ergänzen. Nach ersten Gesprächen mit einer Delegation der niedergelassenen Ärzteschaft Toggenburg (NÄT) zeigen sich einerseits in der Region tätige Spezialistinnen und Spezialisten offen für einen möglichen Praxisbetrieb im Gesundheitszentrum. Andererseits ist es nach Einschätzung der Delegation der niedergelassenen Ärzteschaft wie auch der SRFT erforderlich, dass die SRFT ihr Sprechstundenangebot weiterführt, soweit dieses künftig nicht privat abgedeckt wird. Gleiches gilt für die Fortführung der Physio- und Ergotherapie sowie die bestehende Logopädie in Kooperation mit privaten Partnern. Denkbar ist auch, dass die medizinischen und therapeutischen Leistungserbringer durch Anbieter aus dem Bereich der Komplementärmedizin ergänzt werden.

Alkoholkurzzeittherapie / Psychosomatische Abteilung (PSA)

Fortführung der etablierten Wattwiler Alkoholkurzzeittherapie. Betreiberin: offen.

Die SRFT bietet heute am Standort Wattwil in der psychosomatischen Abteilung (PSA) 14 Plätze für eine Alkoholkurzzeittherapie an. Menschen mit Alkoholproblemen erhalten hier die Möglichkeit, sich intensiv mit ihrem Suchtverhalten und -erleben auseinanderzusetzen. In einem sicheren Rahmen können Belastungs- und Konfliktsituationen sowie Zusammenhänge mit der Suchtentwicklung erkannt und neue Verhaltensweisen eingeübt werden. Die Therapie in der PSA zeichnet sich durch die im Vergleich zu anderen Entwöhnungsprogrammen kurze Dauer von vier Wochen aus. Beginn und Ende der Therapie sind von vornherein definiert. Der Tagesablauf ist klar strukturiert, die Teilnahme an sämtlichen Aktivitäten ist für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer verbindlich. Die PSA arbeitet mit vielen Therapieformen, welche auch in der psychiatrischen Behandlung eingesetzt werden.

Das GNP bietet mit seinen medizinischen, therapeutischen und pflegerischen Angeboten einen Rahmen, in den sich die Alkoholkurzzeittherapie sehr gut einfügen lässt. Entsprechend soll das Angebot in Wattwil bleiben, wobei auch eine Erweiterung des Angebots von Alkohol auf «alkoholverwandte» Süchte (z.B. Spielsucht) denkbar ist.

Kompetenzzentrum für spezialisierte Pflege

Überregionales Angebot von Leistungen der spezialisierten und hochspezialisierten Langzeitpflege in Ergänzung zum bestehenden Angebot der Alters- und Pflegeheime. Betreiberin: Solviva.

Das Kompetenzzentrum für spezialisierte Pflege bringt neue Dienstleistungen ins Toggenburg. Betreiberin dieses Leistungsbereichs ist das Unternehmen Solviva, das in der Schweiz verschiedene Pflegeeinrichtungen betreibt, sich im Bereich der Spezialpflege betätigt und dabei mit namhaften Partner wie dem Schweizerischen Paraplegiker-Zentrum Nottwil, dem Inselspital Bern oder den Universitären Psychiatrischen Diensten Bern zusammenarbeitet.
In Wattwil plant Solviva ein Angebot von rund 40 Betten für spezialisierte Langzeitpflege für ein überregionales bzw. kantonsübergreifendes Einzugsgebiet. Das Angebot richtet sich zum einen an Personen mit Langzeitbeatmung, Para- oder Tetraplegie oder Muskelerkrankungen, die dauerhaft medizinische Behandlungspflege benötigen. Eine zweite Zielgruppe sind Pflegepatienten mit psychiatrischen Grunderkrankungen, wie z.B. Persönlichkeitsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten, Suchterkrankungen, die in hohem Mass Pflege und Betreuung rund um die Uhr benötigen. Drittens soll das Angebot der bestehenden Alters- und Pflegeheime der Region gezielt ergänzt werden. Im Fokus stehen einerseits ältere Personen mit chronifizierten Krankheitsbildern oder verhaltensbezogenen und psychischen Störungen, die mit weitergehenden, spezifischen Pflege- und Betreuungsbedürfnissen einhergehen als sie in den Alters- und Pflegeheimen üblich sind. Andererseits sollen Pflegeplätze für jüngere Personen bereitgestellt werden, für die Altersheime nicht die richtige Umgebung sind. Nicht vorgesehen ist eine Demenzabteilung, da dieser Bereich durch die Heime der Region ausreichend abgedeckt ist.

Allgemeine Infrastruktur

Gastronomiebereich mit Küche und Restaurant zur Patienten-, Mitarbeitenden- und Besucherverpflegung, haustechnische Installationen und Hauswirtschaftsbereiche. Betreiberin: Solviva.

Vorgesehen ist, dass der Kanton die Spitalimmobilie an Solviva verkauft und Solviva diese entsprechend der künftigen Nutzung aus- und fertig baut. Auf einem Teil der Fläche wird sie ihre eigenen Angebote betreiben, andere Bereiche an andere Leistungserbringer vermieten. Für den Betrieb und den Unterhalt der Gesamtimmobilie sowie für Serviceleistungen wie Empfang oder Gastronomie wird Solviva als Besitzerin und Betreiberin zuständig sein. Dafür wird sie die Bereiche Hauswirtschaft, Technik sowie Gastronomie übernehmen.

Neuigkeiten & Entwicklungen

Stimmvolk heisst Spitalstrategie gut

14.06.2021

Die Stimmenden im Kanton St.Gallen haben am 13. Juni die Weiterentwicklung der Strategie der St.Galler Spitalverbunde gutgeheissen. Somit kann die Strategie, wie sie vom Kantonsrat im Dezember 2020 verabschiedet wurde, umgesetzt werden.

Zustimmung der Ärzteschaft zum Projekt GNP

25.02.2021

Der Verein „Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte Toggenburg“ (NÄT) spricht sich mit einer Zweidrittels-Mehrheit dafür aus, sich aktiv in die Gestaltung des GNP einzubringen.

Zustimmung der Toggenburger Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten zum Projekt

11.12.2020

Anlässlich einer Informationsveranstaltung durch den Gesundheitsvorsteher Bruno Damann und Vertreter von Solviva und SRFT äussert sich die grosse Mehrheit der Toggenburger Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten zustimmend zum GNP.